Meidner-Plan

Im Zuge des Meidner-Plans wollte die damalige sozialdemokratische Regierung in Schweden 1975 dafür sorgen, dass Unternehmenseigentum zu einem steigenden Anteil in öffentliches Eigentum überführt wird.

Dazu sollten branchenspezifische Lohnempfängerfonds eingerichtet werden, an die alle Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten einen Anteil ihrer Gewinne abführen müssten. Die von den Gewerkschaften kontrollierten Fonds würden diese Finanzmittel wiederum in Unternehmensanteile investieren, um kollektives Eigentum in der Wirtschaft auszubilden und die Unternehmensführung zugunsten der Arbeiterinnen und Arbeiter zu beeinflussen. Mit der Zeit – nach Meidners Schätzung innerhalb von 25 Jahren – würden die Fonds Mehrheiten an allen größeren Unternehmen des Landes besitzen. Damit wäre die Bestimmungsgewalt des privaten Kapitals über die schwedische Wirtschaft gebrochen.

Adaptierter Textauszug aus: Lauter kleine Diktaturen, Thomas Zimmermann, Jacobin

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